vServer-Benchmark (VPS)
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Hetzner oder netcup: vServer Benchmark und Erfahrungen (VPS)

Bild: Depositphotos / © artisticco

vServer (auch virtuelle Server oder VPS) haben den eigenen Server kostengünstig gemacht und stehen damit Jedermann zur Verfügung.

Hetzner und netcup sind zwei Webhosting-Anbieter aus Deutschland, die ein sehr interessantes vServer-Lineup anbieten.

Da sich bei einem vServer mehrere Kunden den gleichen physikalischen Server teilen, ist das vergleichen von Benchmarks und Erfahrungen bei der Provider-Wahl unerlässlich.

Zwar setzten die meisten Provider mittlerweile auf vollvirtualisierte vServer – so auch Hetzner und netcup.

Dennoch können vermeintlich vergleichbare Angaben aus der vServer-Beschreibung (z.B. CPU-Kerne, Arbeitsspeicher, Festplatte) in der Praxis ganz unterschiedlich verhalten.

Ich nutze vServer von Hetzner und netcup seit mehreren Jahren für diverse Web-Projekte und möchte hier meine Erfahrungen teilen.

Außerdem unterziehe ich zwei Test-vServer regelmäßigen Benchmarks.

vServer, VPS, Root-Server - was ist was?
Virtuelle Server werden im deutschsprachigen Raum meist als vServer bezeichnet.

Teils verwenden die Hosting-Anbieter jedoch auch andere Bezeichnungen:

  • vServer – kurz für „Virtueller Server“
  • VPS – steht für „Virtual Private Server“
  • Cloud-Server – vServer in der Cloud
  • Root-Server – meint eigentlich Root-Zugangsrechte

vServer und VPS haben die gleiche Bedeutung.

Bei einem Cloud-Server kann man zusätzliche Cloud-Funktionen wie Live-Provisionierung, Skalierbarkeit (CPU-Kerne, RAM, Festplatte…), zusätzliche Infrastruktur-Komponenten wie Private-Networking oder Floating-IPs, Block-Storage und Administration per API erwarten.

Ein Root-Server meint eigentlich einen Server, für den der Kunde einen Root-Zugang (also uneingeschränkte Administrationsrechte) erhält.

Einige Provider (wie z.B. netcup) bezeichnen höherwertige vServer-Linien als Root-Server (z.B. mit dedizierten CPU-Kernen).

Einführung in die Welt der vServer

Kostengünstiger Server dank Virtualisierung

Meinen ersten dedizierten Server mietete ich vor über 15 Jahren an.

Damals noch als Schüler waren 70,- € monatlich eine Hausnummer.

Virtualisierung war damals noch nicht verfügbar.

Heute gibt es ähnliche Leistung für den Preis eines Cappuccinos monatlich – dank leistungsfähiger Server-Hardware und moderner Virtualisierung.

Mit einem günstigen vServer können Unternehmer kostengünstig Projekte realisieren und Privatanwender für kleines Geld z.B. einen eigenen privaten VPN hosten.

Ein VPN ist da nur ein Beispiel.

Wer mehr Inspiration sucht, kann sich z.B. die Listen Awesome-Selfhosted und Awesome-Sysadmin genauer anschauen 🙂

Die Möglichkeiten sind (fast) unbegrenzt…

Was ist eigentlich ein vServer?
Ein vServer bietet ähnliche Möglichkeiten wie ein dedizierter Server, ist jedoch günstiger.

Verfügt ein physikalischer Server z.B. über eine CPU mit 32 Kernen, 128 GB RAM, eine 5 TB Festplatte und 10Gbit/s-Netzwerkanbindung, wird der Webmaster einer kleineren bis mittleren Webseite diese Ressourcen kaum auslasten können.

Per vServer kann sich der Webmaster stattdessen einen kleinen Teil dieses Servers zu einem Bruchteil der monatlichen Kosten mieten.

Dazu virtualisiert der Provider die Hardware eines physikalischen Servers, so dass mehrere Kunden einen vServer erhalten.

Administratoren verfügen dennoch über einen Root-Zugang, können verschiedene Betriebssysteme installieren und den Server komplett nach eigenen Anforderungen konfigurieren.

Dabei teilen sich die vServer die Leistung bezüglich:

  • CPU: virtualisierte CPU-Kerne (vCPU)
  • Arbeitsspeicher: eigenes RAM-Kontingent
  • Festplatte bzw. Flash-Speicher: zugewiesener Speicherplatz
  • Netzwerkanbindung: virtuelle Netzwerkkarte

Mit den Freiheiten, die ein vServer bietet, kommen auch Lasten: Kenntnisse der Server-Administration sind notwendig und für die Umsetzung eines Sicherheits- und Backup-Konzeptes ist man selbst verantwortlich.

Wer sich dafür nicht gut vorbereitet sieht oder schlichtweg keine Zeit hat, kann auf einen Managed-vServer zurückgreifen.

Virtualisierung – KVM, OpenVZ, XEN, vmWare

Früher gab es zwei gängige Virtualisierungstechniken:

  • KVM – „Kernel-based Virtual Machine“
  • OpenVZ – „Open VirtualiZation“

Der Markt hat sich mittlerweile verändert und die meisten Provider setzten KVM ein – so auch Hetzner und netcup.

KVM gilt grundsätzlich als überlegen, da der vServer einen eigenen Kernel ausführen kann (so sind z.B. neben Linux- auch Windows-Installationen möglich).

Weiterhin werden bei KVM zugesicherte Arbeitsspeicher- und Festplattenkontingente isoliert und stehen demnach dauerhaft zur Verfügung.

Einige findige „Billig-Provider“ setzten OpenVZ so ein, dass auf dem Hypervisor (der physische Server) mehr vServer als tatsächlich zur Verfügung stehende Kapazitäten verkauft wurden (im Englischen „overselling“).

Bei KVM ist „overselling“ prinzipiell auch möglich, jedoch sind die Ressourcen grundsätzlich isoliert.

Man spricht bei KVM deswegen auch von Vollvirtualisierung.

Neben KVM und OpenVZ gibt es weitere Virtualisierungstechniken, die jedoch seltener anzutreffen sind.

Hier sind vor allem XEN und vmWare zu nennen, die ähnlich wie KVM funktionieren.

vServer-Provider in Deutschland

Auf multinationaler Ebene bzw. vor allem in den USA gibt es eine große Auswahl an VPS-Anbietern.

Da wären einerseits die Cloud-Giganten wie AWS oder Google Cloud zu nennen.

Auch Ionos (1&1) und OVH sind hier zu nennen. Diese sind zwar in Deutschland bzw. Frankreich und Kanada beheimatet, betreiben jedoch weltweit Rechenzentren.

Entsprechend kommen auch die Kunden aus aller Welt.

In der globalen Top-Liste taucht bereits Hetzner auf.

Hetzner kommt aus Deutschland und verfügt mit der Hetzner Cloud über eine interessante vServer-Linie, die in mittlerweile drei Rechenzentren verfügbar ist (2 x Deutschland, 1 x Finnland).

Als mittelständischer, deutscher Provider hat sich netcup in den letzten Jahren ebenfalls einen guten Namen mit vServer-Produkten aufgebaut.

Die Liste könnte man beliebig ergänzen – gerade wenn man auch kleine vServer-Anbieter berücksichtigt.

Ich habe schon diverse kleine VPS-Hoster ausprobiert. Die waren meist zu Beginn auch gut. Später gab es Änderungen am Geschäftsmodell oder der Betrieb wurde eingestellt. Deshalb greife ich nur noch auf etablierte Hoster zurück.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Künftig kann ich mir vorstellen, den Benchmark hier um ein bis zwei weitere Hoster zu ergänzen.

Bedienung ist dann aber, dass ich eigene Erfahrungen gesammelt habe und der Hoster bereits seit einigen Jahren am Markt aktiv ist.

vServer-Benchmark – Hetzner vs. netcup

Test mit automatisiertem Benchmarking

Für das Benchmarking der VPS-Provider habe ich jeweils einen vServer angemietet, den ich ausschließlich für Benchmarks nutze.

Auf beiden Servern läuft das gleiche Betriebssystem: CentOS 7 (Minimal).

Das Benchmarking habe ich einmal direkt nach Bereitstellung des Servers durchgeführt (nachfolgend als „initialer Benchmark“ bezeichnet).

Einmal wöchentlich läuft per Cronjob ein weiterer Benchmark, der automatisch hier eingefügt wird (bezeichnet als „letzter Benchmark-Snapshot“).

Warum ich so vorgehen?

Bei einem vServer gibt es oft das „noisy neighbour“-Problem.

Hat man frisch einen vServer gemietet, stehen die Karten gut, dass sich auf dem physikalischen Server noch nicht viele Kunden befinden bzw. die vServer noch nicht vollumfänglich genutzt werden („idling“).

Einige Stunden, Tage oder Wochen später ist der physikalische Server dann „ausgebucht“ und die Administratoren haben die vServer in den produktiven Betrieb genommen.

Auf CPU, Festplatte, Arbeitsspeicher und am Netzwerk-Port liegt nun Last an – die „noisy neighbours“ sind eingezogen.

Zwar sind die Ressourcen des physikalischen Servers per Virtualisierung aufgeteilt und damit zu einem gewissen Maß isoliert

Dennoch teilt sich jeder vServer-Kunde am Ende des Tages einen physikalischen Server mit anderen Kunden. Eine perfekte Isolation gibt es nicht.

Vergleicht man Benchmarks zu unterschiedlichen Zeiten, kann man so unterschiedliche Resultate bekommen.

Deshalb ist aus meiner Sicht unerlässlich, Benchmarks regelmäßig und über einen längeren Zeitraum durchzuführen und zu erfassen.

Automatisierter Benchmark trifft Blog-Artikel
Einmal pro Woche läuft ein neuer Benchmark-Durchlauf auf dem Test-vServer – gesteuert per Cronjob.

Die aktuellen Ergebnisse werden automatisch übermittelt und hier angezeigt.

Sollte sich die vServer-Performance verändern, kann es sein, dass die geschriebenen Inhalte nicht mehr so richtig zum neuen Benchmark-Ergebnis passen wollen.

Zwar wird auch der Ratgeber-Artikel mit Erfahrungen und Auswertungen immer wieder aktualisiert.

Eine tagesaktuelle Abstimmung auf das neueste Benchmark-Ergebnis kann jedoch nicht gewährleistet werden.

Technische Daten der Test-vServer

Systeminformationen der Test-vServer

Die Systeminformationen lese ich direkt vom VPS aus und verwende dazu:

cat /proc/cpuinfo
cat /proc/meminfo
df
virt-what

Zu beachten ist dabei, dass geringfügige Abweichungen durch die Art und Weise, wie der vServer bereitgestellt wird, zu Stande kommen.

So wird der Hetzner vServer z.B. mit einer etwas anderen Partitionierung erstellt. Die Hauptpartition ist dadurch etwas kleiner.

Test-vServer von Hetzner

Test-vServerHetzner CX11
RechenzentrumFalkenstein
VirtualisierungKVM
Festplatte19 GB
Arbeitsspeicher (RAM)1951 MB
Anzahl CPU-Kerne1 Kern
CPU-ModellIntel Xeon Processor (Skylake, IBRS)
CPU-Takt2100.000 MHz
CPU-Cache16384 KB

Test-vServer von netcup

Test-vServernetcup VPS 200 G8
RechenzentrumNürnberg
VirtualisierungKVM
Festplatte20 GB
Arbeitsspeicher (RAM)1838 MB
Anzahl CPU-Kerne1 Kern
CPU-ModellQEMU Virtual CPU version 2.5
CPU-Takt2095.072 MHz
CPU-Cache16384 KB

Anmerkungen zur Auswahl der Test-vServer

Wichtig zu erwähnen ist, dass Hetzner mehrere vServer-Typen anbietet.

  • nach CPU: „Classic“ (vCPU) und „Dedicated“ (dedizerte vCPU)
  • nach Speichertyp: lokale NVMe-SSD oder CEPH-Netzwerkspeicher

Der netcup VPS, den ich für den Benchmark verwende, verfügt über 1 vCPU und lokalen SSD-Speicher.

Deswegen gibt es m.E. für einen direkten vServer-Vergleich nur eine richtige Auswahl bei Hetzner – nämlich „Classic“ und lokale NVMe-SSD.

Würde man CEPH-Netzwerkspeicher oder die dedizierte vCPU-Option auswählen, wäre das nämlich ein „Äpfel-und-Birnen“-Vergleich.

CEPH-Netzwerkspeicher hat den Vorteil der hohen Verfügbarkeit. Lokale Speicherlösungen sind jedoch performanter.

Mehr dazu kann im Hetzner Wiki nachgelesen werden.

Dedizierte vCPU-Kerne bietet netcup im VPS-Lineup überhaupt nicht an. Hier wäre dann eher das Root-Server-Lineup für einen Vergleich geeignet.

Denn da gibt es bei netcup garantierte CPU-Kerne (derzeit auf Basis von AMD EPYC 7702 CPUs).

Ich beschränke mich im Benchmark also auf die jeweiligen „Einsteigermodelle“.

Auch preislich liegen die beiden ausgewählten Test-vServer so auf Augenhöhe.

Benchmark-Ergebnisse

CPU- und RAM-Benchmark mit Sysbench

Sysbench CPU (Single-Core)

Der CPU-Benchmark von Sysbench weist den Prozessor dazu an, auf die Suche nach Primzahlen zu gehen.

Je nachdem wie schnell die Suche abgeschlossen ist, lässt dies einen Rückschluss auf die zur Verfügung stehende Rechenpower zu.

Wie folgt starte ich den Benchmark:

sysbench --test=cpu --cpu-max-prime=24576 --num-threads=1 run

Aus der benötigten Zeit errechne ich eine Punktzahl.

Initialer BenchmarkLetzter Benchmark-Snapshot(vom 27.07.2020)
2097.8 Punkte (94%)
2216.8 Punkte (100%)
1961.8 Punkte (88%)
1883.6 Punkte (84%)
Der CPU-Benchmark (Single-Core) mit sysbench wurde zuletzt am 27.07.2020 durchgeführt.
Sysbench RAM-Bandbreite

Bei der RAM-Bandbreite wird die Arbeitsspeicher-Performance evaluiert.

sysbench --test=memory --memory-total-size=20000M run

Damit wird der Arbeitsspeicher der verwendeten VPS-Konfiguration insgesamt ca. 10 x beschrieben.

Der Test-vServer von Hetzner verfügt bei den durchgeführten Messungen tendenziell über eine höhere RAM-Bandbreite.

Initialer BenchmarkLetzter Benchmark-Snapshot(vom 27.07.2020)
3065.25 MiB/s (88%)
3464.69 MiB/s (100%)
2936.12 MiB/s (84%)
2953.07 MiB/s (85%)
Die RAM-Bandbreitenmessung mit sysbench wurde zuletzt am 27.07.2020 durchgeführt.

Festplatten-Benchmark

Benchmark mit FIO

FIO ist ein IO-Test-Tool – es steht für „Flexible IO Tester“.

Dabei lässt FIO es zu, die Festplatten-Geschwindigkeit in verschiedenen Szenarien zu testen. Es können z.B. konfiguriert werden:

  • Größe der Test-Datei
  • Blockgröße
  • Art des Zugriffs (lesend, schreibend, gemischt)

Die Test-vServer von Hetzner und netcup haben mehrere Szenarien durchlaufen.

Hetzner schneidet dabei besser ab, was dem Umstand geschuldet ist, dass lokale NVMe-SSDs verwendet werden.

Bei netcup sind es vermutlich SATA-SSDs.

FIO - Schreiben (IOPS)7244 IOPS3152 IOPS
FIO - Schreiben (4K)28,3 MB/s12,3 MB/s
FIO - Schreiben (64K)224,9 MB/s178,4 MB/s
FIO - Schreiben (512K)504,5 MB/s948,8 MB/s
FIO - Lesen (IOPS)3601 IOPS4086 IOPS
FIO - Lesen (4K)14,1 MB/s16,0 MB/s
FIO - Lesen (64K)129,9 MB/s180,9 MB/s
FIO - Lesen (512K)574,9 MB/s783,7 MB/s
Festplatten-Benchmark mit dem fio-Kommando vom 27.07.2020.
Benchmark mit dd

Mit dd lassen sich einfache Geschwindkeitsmessungen für das sequenzielle Lesen und Schreiben durchführen.

Folgendes dd-Kommando nutze ich:

dd if=/dev/zero of=test_file bs=64k count=16k conv=fdatasync && rm -f test_file

Dieses läuft dreimal nacheinander. Aus den drei Einzeldurchläufen bilde ich schließlich einen einfachen Durchschnitt.

Auch hier hat Hetzner dank schneller NVMe-SSD die Nase vorne.

DD - IO (Lauf #1)855,0 MB/s573,0 MB/s
DD - IO (Lauf #2)868,0 MB/s652,0 MB/s
DD - IO (Lauf #3)916,0 MB/s670,0 MB/s
DD - IO (Durchschnitt)879,7 MB/s631,7 MB/s
Festplatten-Benchmark mit dem dd-Kommando vom 27.07.2020.

Ergebnisse mit UNIXBENCH (Single-Core)

UNIXBENCH ist eine Benchmarking-Suite, die mehrere Hardware-Tests zu einem einzigen Punkte-Score verdichtet.

Das Ergebnis hängt von vielen Faktoren ab und schwankt je nach Zeitpunkt der Messung.

Die UNIXBENCH-Ergebnisse haben deswegen begrenzte Aussagekraft für die Praxis.

Unterm Strich schneiden die vServer von Hetzner und netcup ähnlich ab.

Initialer BenchmarkLetzter Benchmark-Snapshot(vom 27.07.2020)
545.1 Punkte (86%)
632.0 Punkte (100%)
621.9 Punkte (98%)
601.2 Punkte (95%)
UNIXBENCH ist eine Benchmark-Suite für unixoide Systeme. Das UNIXBENCH-Ergebnis stammt vom 27.07.2020.

Test der Netzwerk-Geschwindigkeit

Bei der Netzwerkgeschwindigkeit es vier grundlegende Faktoren:

  • Anbindung des jeweiligen Rechenzentrums
  • Uplink des Servers bzw. der der virtuellen Netzwerkkarte des vServers
  • Netzwerk-Auslastung
  • Ziel-Server

Bei Hetzner können vServer-Kunden grundsätzlich zwischen drei RZ-Option wählen: Nürnberg (DE), Falkenstein (DE) und Helsinki (FI).

Hingegen sind vServer bei netcup grundsätzlich in Nürnberg (DE) untergebracht.

Beim Netzwerk-Test zu beachten: Der Test-vServer von Hetzner steht im RZ Falkenstein, während der Test-vServer von netcup im RZ Nürnberg untergebracht ist.

Innerhalb von Europa scheint das Hetzner-Netzwerk überlegen zu sein, während der netcup VPS global besser angebunden ist.

Download - CDN214,0 MiB/s @ 5,1 ms90,0 MiB/s @ 3,7 ms
Download - Amsterdam, NL173,0 MiB/s @ 11,3 ms62,0 MiB/s @ 11,5 ms
Download - Atlanta, US43,0 MiB/s @ 81,9 ms61,0 MiB/s @ 86,4 ms
Download - Bangalore, IN28,0 MiB/s @ 155,6 ms31,0 MiB/s @ 146,4 ms
Download - Chennai, IN12,0 MiB/s @ 156,5 ms30,0 MiB/s @ 182,4 ms
Download - Dallas, US6,2 MiB/s @ 123,1 ms5,0 MiB/s @ 127,1 ms
Download - Düsseldorf, DE136,0 MiB/s @ 12,3 ms93,0 MiB/s @ 15,4 ms
Download - Falkenstein, DE162,0 MiB/s @ 2,7 ms106,0 MiB/s @ 0,5 ms
Download - Frankfurt, DE129,0 MiB/s @ 11,2 ms102,0 MiB/s @ 10,3 ms
Download - Gothenburg, SE129,0 MiB/s @ 28,1 ms89,0 MiB/s @ 24,0 ms
Download - Hong Kong, CN20,0 MiB/s @ 195,0 ms29,0 MiB/s @ 197,0 ms
Download - London, GB138,0 MiB/s @ 16,7 ms66,0 MiB/s @ 17,8 ms
Download - Luxemburg, LU51,0 MiB/s @ 21,6 ms23,0 MiB/s @ 21,5 ms
Download - Melbourne, AU10,0 MiB/s @ 287,1 ms22,0 MiB/s @ 279,4 ms
Download - Mailand, IT78,0 MiB/s @ 26,2 ms96,0 MiB/s @ 25,4 ms
Download - Miami, US30,0 MiB/s @ 120,3 ms46,0 MiB/s @ 118,2 ms
Download - Montreal, CA25,0 MiB/s @ 91,5 ms40,0 MiB/s @ 92,2 ms
Download - New York, US38,0 MiB/s @ 82,0 ms55,0 MiB/s @ 86,3 ms
Download - Paris, FR117,0 MiB/s @ 21,2 ms62,0 MiB/s @ 17,6 ms
Download - Queretaro, MX8,1 MiB/s @ 149,1 ms32,0 MiB/s @ 147,4 ms
Download - Roubaix, FR47,0 MiB/s @ 13,5 ms71,0 MiB/s @ 11,5 ms
Download - Riga, LV103,0 MiB/s @ 38,8 ms82,0 MiB/s @ 36,4 ms
Download - San Jose, US26,0 MiB/s @ 149,0 ms40,0 MiB/s @ 153,5 ms
Download - Sao Paulo, BR6,4 MiB/s @ 193,6 ms15,0 MiB/s @ 198,7 ms
Download - Seattle, US29,0 MiB/s @ 143,8 ms42,0 MiB/s @ 145,5 ms
Download - Seoul, KR5,0 MiB/s @ 248,5 ms11,0 MiB/s @ 265,1 ms
Download - Singapur, SG23,0 MiB/s @ 168,1 ms33,0 MiB/s @ 166,5 ms
Download - Sydney, AU4,4 MiB/s @ 287,0 ms10,0 MiB/s @ 275,7 ms
Download - Tokio, JP5,3 MiB/s @ 232,8 ms11,0 MiB/s @ 243,3 ms
Download - Toronto, CA42,0 MiB/s @ 95,3 ms30,0 MiB/s @ 96,1 ms
Download - Vilnius, LT89,0 MiB/s @ 37,0 ms85,0 MiB/s @ 34,2 ms
Download - Washington D.C., US45,0 MiB/s @ 87,2 ms32,0 MiB/s @ 88,8 ms
Für den Test der Netzwerkgeschwindigkeit greife ich auf öffentliche Testfiles diverser Rechenzentren rund um die Welt zurück. Die Download-Geschwindigkeit messe ich mit ARIA2 und für den Ping nutze ich das ping-Kommando. Der letzte Test der Netzwerkgeschwindigkeit lief am 27.07.2020

Was sagen die vServer-Test-Ergebnisse aus?

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Benchmarks:

  • Synthetische Benchmarks: Isolierte Hardware-Tests, die mit tatsächliche Anwendungsszenarien eher wenig zu tun haben.
  • Real-World-Benchmarks: Messungen in Anwendungen, die dem späteren Use-Case entsprechen.

Nun ist es so, dass alle obigen Server-Benchmarks zur synthetischen Kategorie gehören.

Ich betreibe auf meinen vServer-Instanzen meist einen Web-Server-Stack.

Das beschreiben der Festplatte mit Zufallsdaten oder die Bestimmung von Primzahlen mit dem Prozessor hat für diesen Use-Case erstmal keine praktische Bedeutung.

Wichtig ist deshalb zu beachten, dass die Benchmarks allenfalls Anhaltspunkte liefern.

Für die „echte“ Performance spielen viele weitere Faktoren eine Rolle.

vServer-Vergleich bei Hetzner und netcup – Provider und Control-Panel

Preise der vServer

Preislich sind Hetzner wie auch netcup sehr interessant.

Bei Hetzner geht es ab 2,96 € (inkl. deutscher USt) monatlich los.

Hetzner Cloud Preise

Bild: Screenshot hetzner.de / vServer-Preise (15.06.2020)

Die günstigste vServer-Option der Hetzner Cloud ist auch diejenige, die ich für den Benchmark ausgewählt habe.

netcup ist nochmals günstiger.

Der günstigste VPS ist bereits ab 2,69 € (inkl. deutscher USt) zu haben.

netcup VPS Preise

Bild: Screenshot netcup.de / vServer-Preise (15.06.2020)

Auch hier habe ich den günstigsten VPS zum Testen genommen.

Was vielleicht noch erwähnenswert ist: Bei netcup gibt es immer wieder Angebote und Aktionen.

Neben den regulären vServer-Produkten werden in dem Zuge auch immer wieder Specials aufgelegt – mit mehr Ressourcen oder günstigeren Preisen.

In meinem Benchmark treten also Hetzner Cloud CX11 vs. netcup VPS 200 G8 gegeneinander an.

Abrechnungsmodalitäten

Mit stundengenauer Abrechnung werben beide Hoster – Hetzner und netcup.

Beachten muss man bei netcup, dass Vertragslaufzeit und Abrechnungsperiode getrennt zu betrachten sind.

Bucht man einen vServer aus der VPS-Linie (Root-Server haben andere Modalitäten), wird eine Rechnung für sechs Monate im Voraus gestellt.

Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es jedoch nicht.

Man kann jederzeit kündigen und erhält die nicht verbrauchte Vorauszahlung dem Kundenkonto gutgeschrieben.

Hetzner hingegen arbeitet mit echtem „pay as you go“.

vServer lassen sich jederzeit erstellen und löschen.

Am Ende des Monats werden die vServer-Verbrauchszeiten zusammengerechnet und per Monatsrechnung abgerechnet.

Etwas flexibler ist Hetzner auch bei Zahlungsarten – hier gibt es SEPA-Lastschrift, Paypal, Kreditkarte oder Zahlung per Rechnung zur Auswahl.

Hingegen bietet netcup die Zahlung per SEPA-Lastschrift, Paypal oder Rechnung.

vServer mieten – Bestellung und Bereitstellung

Ebenfalls unterscheidet sich die Bereitstellung.

Bei netcup wird jede Bestellung manuell bearbeitet.

D.h. die Bestellung wird von einem netcup-Mitarbeiter geprüft und anschließend wird der vServer bereitgestellt.

Man erhält schließlich eine E-Mail.

Mail von netcup - neuer vServer bereitgestellt

Bei der Hetzner Cloud läuft die Bestellung eines neuen vServers hingegen komplett automatisch.

Die Verwaltung geschieht über die Hetzner Cloud Console.

Man konfiguriert den vServer, bestellt diesen und wenige Sekunden später ist der Server bereitgestellt.

vServer mieten über die Hetzner Cloud Console

Bild: Screenshot Hetzner Cloud Console

Gut ist auch die Funktionalität gelöst.

Neben der Konfiguration des Servers (RZ, Betriebssystem, Typ usw.) kann auch direkt ein SSH-Key hinterlegt werden.

Diese Funktion fehlt bei netcup noch.

Wer einen SSH-Key hinterlegen möchte, muss dies von Hand nach dem ersten Login machen.

Grundsätzlich ist die Hetzner Cloud Console also moderner.

Wer bei netcup einen vServer mieten möchte, muss einen klassischen Bestellvorgang durchlaufen und warten, bis der Support die Bestellung verarbeitet hat.

Der Unterschied ist jedoch eher theoretischer Natur, denn der netcup-Support ist extrem fix.

Selbst an einem Feiertag habe ich bislang kaum mehr als 10 Minuten gewartet, bis der vServer bereitgestellt wurde.

Fazit zum Vergleich – vServer von Hetzner oder netcup?

Sowohl Hetzner wie auch netcup haben sehr interessante vServer-Produkte.

Ich nutze beide Provider für Online-Projekte – empfehlenswert sind meiner Meinung nach beide.

Kunde bin ich bei beiden VPS-Hostern und nutze diese z.B., um WordPress-Webseiten zu hosten.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Bei der Auswertung der Benchmarks fällt mir bislang folgendes auf:

  • CPU-Benchmark – Hetzner liegt vorne
  • RAM-Benchmark – Hetzner liegt vorne
  • Festplatten-Benchmark – Hetzner liegt vorne
  • Netzwerk-Test – Hetzner und netcup mit individuellen Vorzügen

Wirklich gravierend fallen die Unterschiede jedoch in keiner Kategorie aus.

Einzig der Festplatten Benchmark offenbart einen größeren Abstand.

Hier ist es so, dass der Test-vServer von Hetzner mit einer NVMe-SSD ausgestattet ist.

Bei netcup wird der Festplatten-Typ nicht genau spezifiziert. Da von SSD die Rede ist, handelt es sich vermutlich jedoch um SATA-SSDs.

Das würde die Diskrepanz beim Performance-Test erklären.

Beim Netzwerk geben sich die Provider nicht allzu viel.

Hetzner ist stark in Europa, während netcup weiter entfernte Ziele besser anbindet.

Bei meinem Benchmark ist Hetzner etwas stärker auf der Brust.

Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch die VPS-Produkte beider Provider uneingeschränkt empfehlen.

Patrick Woessner

Ich bin Patrick und hier blogge ich zu verschiedenen Themen rund um Technik, Gadgets und mehr. Früher hatte ich gleich mehrere Blogs zu diesem Thema. Mittlerweile steht Tech Junkies im Mittelpunkt.

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