Tomorrow Bank - Smartphone-App
FinTech

Meine Erfahrungen mit der nachhaltigen Smartphone-Bank Tomorrow

Bild: Tech Junkies / Patrick Woessner

Smartphone-Konten liegen im Trend und Ansätze für ein nachhaltigeres Leben sind ebenfalls gefragt. Wieso nicht beides kombinieren?

Das scheint sich das FinTech Tomorrow gedacht zu haben und hat vor gut eineinhalb Jahren ein nachhaltiges Mobile-Banking-Produkt lanciert.

Nicht nur wer an einem Girokonto mit App-Steuerung und Nachhaltigkeit interessiert ist, kann einen Blick auf das App-Konto werfen.

Denn das (in der Basisversion kostenlose) Konto hat auch durchaus attraktive Konditionen.

Aktualisierung meines Erfahrungsberichts

Seit der ersten Veröffentlichung im Juni 2019 meines Berichtes hat sich einiges bei dem nachhaltigen Smartphone-Konto getan.

Ich nutze Tomorrow weiterhin als Konto für tägliche Ausgaben und habe meinen Erfahrungsbericht um zwischenzeitliche Neuerungen ergänzt:

  • Komplett neues Design – CI/CD überarbeitet
  • Google Pay ist mittlerweile verfügbar
  • PSD2-Umsetzung erfolgt
  • App-Update – aktuelle Screenshots angefügt
  • Wechsel von MasterCard auf Visa
  • Pockets (Unterkonten) eingeführt
  • Premium-Konto „Tomorrow Zero“ verfügbar
  • IBAN-Scanner als neues App-Feature

Sollte es weitere Änderungen beim Tomorrow-Girokonto geben (davon gehe ich aus), versuche ich meinen Erfahrungsbericht baldmöglichst auf den neuen Stand zu bringen.

Eckdaten zu Tomorrow

Was ist eigentlich Tomorrow? Bank oder keine Bank?

Hier schreibe ich teilweise von der Tomorrow Bank, obwohl das inhaltlich falsch ist.

Hinter dem Smartphone-Konto steht die Tomorrow GmbH mit Sitz in Hamburg, die jedoch über keine Banklizenz verfügt.

Was ist eigentlich eine Smartphone-Bank?

Eine Smartphone-Bank bietet Bankdienstleistungen (z.B. Girokonto) mit Fokus auf das Mobile-Banking an. Das bedeutet: Das Konto steuert man über das Smartphone per App.

Außerdem ist eine Smartphone-Bank keine Filialbank. Den Kundenservice kontaktiert man z.B. über eine Chat-Funktion in der App.

Banken, deren Bankdienstleistungen Kunden nur über digitale Kanäle in Anspruch nehmen können, die jedoch nicht rein mobilzentriert sind, nennt man übrigens Digital-Bank.

Sowohl Smartphone-Banken wie auch Digital-Banken kann man außerdem zu den Direktbanken zählen. Solche Banken verfügen über kein Filialnetz.

Tomorrow ist ein junges Unternehmen und für Fintech-Startups gilt es als schwierig bis unmöglich, von Beginn an eine eigene Banklizenz zu erhalten.

Das Konto bei Tomorrow wird deshalb bei der solarisBank AG in Berlin geführt.

Über die solarisBank greift auch die nationale Einlagensicherung.

Die solarisBank kennen nicht viele, denn diese Bank vertreibt keine Kontenprodukte wie Girokonten an Endkunden, sondern hat sich darauf spezialisiert, den regulatorischen Rahmen und das Kernbankensystem u.a. für FinTech-Startups bereitzustellen.

Mehr zum Geschäftsmodell der solarisBank findet sich auf deren Webseite.

Durch Nutzung der Infrastruktur der solarisBank können sich Startups zunächst darauf konzentrieren, das Produkt zu entwickeln.

Und genau das macht auch Tomorrow.

Konditionen beim Girokonto ohne Kontoführungsgebühr von Tomorrow

  • Kostenlose Kontoführung (mit Überweisungen, Daueraufträgen und Zahlkarte)
  • Debit-Visa als Zahlkarte kostenfrei (früher noch Debit-Mastercard)
  • Google Pay
  • Kein Auslandseinsatzentgelt bei Zahlungen mit der Debit-Karte
  • Drei kostenlose Abhebungen am Geldautomaten je Monat (Abhebungen in Fremdwährungen 1,5% des abgehobenen Betrages)
  • Zwei Unterkonten (sog. Pockets)
  • Keine Schufa-Abfrage, kein Schufa-Eintrag bei der Kontoeröffnung

Wieso nachhaltige Bank?

Zum Start gibt es zwei Dinge, mit denen Tomorrow das Banking nachhaltig gestalten will.

Einerseits werden die Kundeneinlagen ausschließlich für Investitionen in nachhaltige Branchen und Projekte verwendet.

Das verspricht das Banking-Startup.

Andererseits verwendet die Smartphone-Bank die aus den Gebühren, die der Händler bei einer Kartenzahlung an die Bank bezahlt (sog. Interchange), generierten Einnahmen, um ein Waldschutz-Projekt in Brasilien zu fördern.

Tomorrow ist ein Startup – mehr Initiativen sind geplant, um dem Anspruch der Nachhaltigkeit nachkommen zu können.

Das lässt sich auf der Webseite nachlesen.

Was Tomorrow (noch) nicht kann

  • Kein Apple Pay
  • Nur App-Banking, kein Online-Banking (noch nicht)
  • Kein Dispositionskredit
  • Kein Gemeinschaftskonto, kein Geschäftskonto
  • Nur Visa (Debit) als Zahlkarte verfügbar – keine girocard (bzw. Maestro oder V-Pay), keine „echte“ Kreditkarte
  • Keine weiteren Bankprodukte (z.B. Sparen, Kredite, Depot etc.)
  • Digital-Direktbank ohne Filialen

Premium-Konto „Tomorrow Zero“ für 15,- € mtl.

Neu ist das Premium-Konto Tomorrow Zero.

Die monatliche Gebühr schlägt mit 15,- € üppig zu buche, was jedoch daran liegt, dass es sich um kein reines Bankprodukt handelt.

Während man bei einer anderen Bank als zahlender Premium-Kunde vielleicht Vorteile wie unlimitierten weltweiten Bargeldbezug oder eine 24-Stunden-Banking-Hotline erhält, gibt es bei Tomorrow ein anderes Konzept.

Vorteile beim Bankprodukt an sich gibt es freilich auch. Das sind jedoch nur zwei:

  • ∞ kostenfreie Abhebungen je Monat (statt 3)
  • ∞ Pockets / Unterkonten (statt 2)

Als Gegenleistung für 15,- € im Monat ist das nicht viel. Da bietet eine „konventionelle“ Bank mehr bei einem Premium-Konto.

Jedoch will Tomorrow mit Tomorrow Zero anderswo punkten.

Das Konto enthält einen CO₂-Ausgleich, der dem Durchschnittsverbrauch eines Deutschen entspricht (ca. 11,3 Tonnen pro Jahr).

Mich persönlich überzeugt die Idee hinter Tomorrow Zero nicht. CO₂-Kompensation und Finanzdienstleistungen sind für mich zwei Paar Schuhe. Das halte ich lieber getrennt.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Das funktioniert so: Wer Tomorrow Zero abschließt, für den investiert Tomorrow in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländer, was einen Beitrag dazu leisten soll, den persönlichen CO₂-Fußabdruck zu minimieren.

Beispielprojekte sind Biogasanlagen in Vietnam, Trinkwasserversorgung in Uganda und nachhaltige Landwirtschaft in Peru.

Nicht herauslesen konnte ich, ob es eine Spendenbescheinigung für den CO₂-Kompensationsanteil in der monatlichen Grundgebühr gibt.

Falls nein, wäre das ein Nachteil.

Denn die meisten Anbieter für eine CO₂-Kompensation sind als gemeinnützig anerkannt und können eine Spendenbescheinigung ausstellen, die steuerlich geltend gemacht werden kann.

Jedoch heißt es ohnehin, dass Tomorrow Zero in jetziger Form als erster Wurf zu verstehen ist. Neue Funktionen und Ideen sollen noch kommen.

Meine Tomorrow-Erfahrungen

Was mich zur Smartphone-Bank brachte

Ich habe mir Tomorrow zugelegt, da ich das Konzept interessant finde und die Kontoeröffnung einfach ist.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Was mich dazu bewegt hat, das nachhaltige Konto mit App-Steuerung auszuprobieren?

Um ehrlich zu sein, war es zunächst Spieltrieb 🙂

Ich hatte schon früh von dem Konto-Produkt und dem Startup dahinter gehört und mich für die E-Mail-Liste eingetragen, als das „Baby“ noch in einer Closed-Beta war.

Schließlich erhielt ich eine E-Mail, dass es losgehen kann.

Begünstigt wurde meine Entscheidung zur Kontoeröffnung auch dadurch, dass Tomorrow bzw. die solarisBank weder die Schufa abfragen noch das Konto dort eintragen.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits zwei private Girokonten, ein Geschäftskonto sowie diverse Kreditkarten in der Schufa.

Tendenziell wird angenommen, dass viele eingetragene Konten in der Schufa sich eher negativ auf den Schufa-Score auswirken.

Während die Schufa eigentlich nur beim Abschluss eines neuen Konsumentenkredits wirklich wichtig ist, so wäre es doch irgendwo ärgerlich, wenn das Zwei- oder Drittkonto den Schufa-Score stark in Mitleidenschaft zieht.

Kurzum – wäre das Tomorrow-Konto ebenfalls in der Schufa gelandet, hätte ich es damals vermutlich nicht abgeschlossen.

Auch geht die Kontoeröffnung per Video-Ident ruckzuck.

Seitdem nutze ich das Girokonto für kleinere Ausgaben und Einkäufe.

Meine Geschichte hört Tomorrow vielleicht nicht unbedingt gerne, denn im heutigen Umfeld ist es schwierig für Banken, Geld im Privatkundengeschäft zu verdienen.

Bei vielen Banken werden deshalb Kunden bevorzugt, die das Girokonto aktiv und als Hauptkonto nutzen. Das bedeutet insbesondere – Gehaltseingang und intensive Kartennutzung.

Kontoeröffnung bei Tomorrow

Hier gibt es nicht viel zu erzählen.

Der Prozess ist einfach und es ging sehr schnell bei mir:

  • App herunterladen
  • Stammdaten in der App eintragen
  • Video-Ident durchführen
  • Konto ist erstellt
  • Debit-Karte kommt per Post (ging bei mir vier Tage)

So macht Mobile-Banking Spaß 😀

Wofür ich das Tomorrow-Girokonto nutze

Ich nutze das Tomorrow-Girokonto derzeit für kleinere Ausgaben bei Kartenzahlung im Einzelhandel.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Die Nutzung als Gehaltskonto kommt für mich derzeit nicht in Frage.

Genauso wenig wie eine andere Smartphone-Bank wie N26.

Da bin ich altmodisch – klassisches Online-Banking möchte ich neben dem reinen App-Banking dann doch haben.

Außerdem nutze ich bei meiner Hausbank einige zusätzlich Bankprodukte (z.B. Depot, girocard, „echte“ Kreditkarte), die es so bei Tomorrow noch nicht aus einer Hand gibt.

Wer ohnehin ein schlankes Kontoprodukt bevorzugt, der mag das anders sehen.

Ich jedenfalls nutze das App-Konto einstweilen als Ausgabenkonto.

Ich lade das Konto per Überweisung von einem anderen Konto auf und nutze die Karte für kleinere Ausgaben im Einzelhandel.

Supermarket, Drogerie, Restaurantbesuch, Fahrscheinautomaten oder Einzelhandel – hier zücke ich die schicke Tomorrow-Karte.

Ich hatte zunächst noch die „alte“ Mastercard, die jedoch zwischenzeitlich automatisch auf eine Visa-Karte umgestellt wurde.

Mir soll es recht sein – zwischen den beiden Kreditkarten-Schemes gibt es keine großen Unterschiede.

Außerdem ist eine Visa-Debit hierzulande (noch) recht selten.

Die Konditionen des Girokontos haben sich dabei auch nicht geändert.

Plane ich die Debit-Karte länger nicht zu nutzen, kann ich diese in der App deaktivieren. Das ist gut für all diejenigen, die zusätzliche Sicherheit schätzen.

Ansonsten informiert die App per Push-Nachricht, wenn ich mit der Debit-Karte einkaufe. Der Umsatz wird sofort mit dem Kontostand verrechnet.

Wie mir die Smartphone-App gefällt

Eine Smartphone-Bank braucht eine gute App – soweit logisch 🙂

Mir gefällt die App auch gut.

Das User-Interface fällt minimalistisch aus.

Viele Funktionen gibt es nicht, jedoch fällt die Bedienung intuitiv aus.

Das gefällt mir allemal besser als eine überladene App.

Erst kürzlich hat Tomorrow das Design komplett geändert.

Mit dem Künstler-Duo „PLATFORM“ ist ein komplett neues Design bzw. CI/CD entstanden, was sich nun auch in der App widerspiegelt.

Mehr zu den Hintergründen der Design-Änderungen gibt es im Tomorrow-Blog.

Zunächst vermisste ich das alte Design, habe mich jetzt aber eingewöhnt.

Nutzer und Änderungen – manchmal dauert es eben ein wenig, bis man sich mit Neuheiten angefreundet hat 🙂

Nützlich ist der IBAN-Scanner – ein relativ neues App-Feature.

Will man schnell und unkompliziert z.B. eine Rechnung bezahlen, aktiviert man den IBAN-Scanner und zeigt mit der Kamera auf die IBAN.

Lästiges IBAN-Abtippen entfällt damit und die Überweisung geht ruck-zuck auf die Reise zum Empfänger 🙂

Was die App gut kann, ist Feedback geben.

Denn es gibt eine „Impact“-Rubrik.

Dort kann man sich anzeigen lassen, welche Projekte Tomorrow gerade finanziert.

Aktuell ist die Auswahl (noch) bescheiden. Einen Greenbond und einen Mikrokredit-Fonds gibt es.

Außerdem werden mit den Gebühren, die die Bank bei einer Kartenzahlung erhält (sog. Interchange – in der EU 0,3% des Umsatzes), Aufforstungs- und Schutzprojekte für den Regenwald finanziert.

Hier kann man sich direkt anzeigen lassen, wieviel Quadratmeter Regenwald man durch den Karteneinsatz geholfen hat zu erhalten.

Pflegeleichte PSD2-Implementierung

Bei manch einer Bank muss man seit der PSD2-Einführung (Zahlungsdiensterichtlinie, siehe hier) jede Menge TAN-Nummern generieren – z.B. um sich in das Online-Banking einzuloggen.

Bei Tomorrow ist das einfach gelöst.

Die App wird per „device binding“ fest mit dem Mobilgerät gekoppelt. Dazu muss man einmalig einen SMS-Sicherheitscode eingeben.

Danach bleibt einem die regelmäßige TAN-Generierung erspart – für App-Banking eine komfortable Lösung.

Und da viele Banken Banking-App und TAN-Generator auf dem gleichen Smartphone erlauben, ist die transaktionsbasierte Zwei-Faktor-Authentifizierung ohnehin in gewisser Weise Augenwischerei.

Nach der Kopplung (dem „device binding“), kann man sich z.B. ganz einfach per Fingerabdruck-Login in der Tomorrow-App anmelden.

PSD2 sorgt übrigens nicht nur für neue und teils kompliziertere Login-Verfahren.

Bestandteil der PSD2-Richtlinie ist auch eine Schnittstelle, mit der u.a. ein Umsatzabruf möglich ist.

Eine solche PSD2-Schnittstelle gibt es auch von Tomorrow bzw. genauer gesagt von der solarisBank, die die Banken-Plattform für das nachhaltige Konto betreibt.

Das kann durchaus nützlich sein, wenn man eine Banking-Software nutzt.

Denn wie bei vielen anderen Digital-Banken und Smartphone-Banken auch, gibt es für das Tomorrow-Konto keine FinTS-/HBCI-Schnittstelle mehr.

Mit einer Beta-Version von MoneyMoney für den Mac konnte konnte ich das Tomorrow-Konto so immerhin testweise für den Umsatzabruf über die PSD2-Schnittstelle der solarisBank anlegen.

Google Pay nutzen

Apple-Jünger müssen noch ein wenig warten. Auf Android-Smartphones ist jedoch Google Pay mittlerweile freigeschaltet.

Ich konnte zunächst noch nicht mitmachen, da mir die Visa-Karte fehlte (nur diese wird unterstützt).

Bestandskunden hatten zum Launch-Zeitpunkt von Google Pay nämlich teilweise noch eine Mastercard.

Nachdem ich jedoch später automatisch von Mastercard auf Visa umgestellt wurde, habe ich Tomorrow mittlerweile jedoch ebenfalls in Google Pay hinterlegt.

Eine direkte Hinterlegung aus der Tomorrow-App hinaus wird nicht angeboten. Man muss also die Kartendaten von Hand in der Google Pay-App eingeben.

Das ist natürlich kein Beinbruch.

Google Pay

Mein Fazit zur Tomorrow-Bank (die eigentlich gar keine Bank ist)

Ich nutze das Tomorrow-Konto nun schon seit einigen Monaten als Ausgabenkonto und werde das auch weiterhin tun.

Die Infrastruktur scheint gut zu funktionieren. Weder habe ich Ausfälle der App bemerken können, noch hat die Zahlung per Karte jemals Probleme gemacht.

Die App ist schlicht, aber gut gemacht.

Dabei gibt es die digitalen Features, die man von einer Smartphone-Bank gewöhnt ist: Push-Nachrichten bei Zahlungen und die Möglichkeit, die Karte über die App temporär zu deaktivieren.

Gut ist auch das „grüne Feedback“, dass man über die App bekommt.

Die App nennt sogar die Summe der Kundeneinlagen und die Anzahl der Kunden – das ist eine Transparenz, die ich so von einer Bank noch nicht kannte.

Was sich da noch Zeigen muss: Kann die nachhaltige Smartphone-Bank auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln?

Am Tag, zu dem ich hier meine Erfahrungen mit Tomorrow erstmals niederschrieb, waren es knapp 5,7 Mio. € Kundeneinlagen und knapp 7.500 Kunden.

Mittlerweile sind die Zahlen auf 62,5 Mio. € und gut 36.000 Kunden gewachsen.

Viel ist das immer noch nicht. Aber es wächst zumindest kontinuierlich. Immer wieder schaue ich interessehalber in den „Impact“-Screen der App.

Um die mittelfristige Finanzierung des Wachstums scheint man sich bei der Smartphone-Bank eher keine Sorgen machen zu müssen. In einer Finanzierungsrunde gab es kürzlich wieder frische Investorengelder.

Dafür, dass ich in Erwägung ziehe, das nachhaltige und mobile Konto auch als Hauptkonto zu verwenden, müsste sich jedoch noch einiges tun.

Zu einer nachhaltigen Bank gehören meines Erachtens Anlageprodukte dazu. Das weiß Tomorrow jedoch auch und es soll sich da etwas tun.

Schön ist, dass Tomorrow mittlerweile auch Google Pay unterstützt. Nachdem ich die aktuelle Visa-Karte erhalten habe, konnte ich die Aktivierung vornehmen. Mit der alten MasterCard ging es nämlich nicht.

Anderen Nutzern wird wohl Apple Pay fehlen, was es noch nicht gibt. Eine „echte“ Kreditkarte fehlt ebenfalls. Und Online-Banking neben der App-Steuerung auch.

Viel neues erzähle ich dem Gründer-Team damit nicht. Künftige Features listet das Startup im Maschinenraum – und hat alles (und noch mehr) auf dem Schirm, was ich vermisse.

Ich für meinen Teil werde deshalb die Entwicklung bei Tomorrow weiter verfolgen und das Konto bzw. die Karte regelmäßig nutzen.

Wer sich selbst ein Bild von Tomorrow machen will, schaut am besten auf der Webseite vorbei. Gut gemacht sind auch die FAQ – hier wird (fast) jede Frage beantwortet.

Patrick Woessner

Ich bin Patrick und hier blogge ich zu verschiedenen Themen rund um Technik, Gadgets und mehr. Früher hatte ich gleich mehrere Blogs zu diesem Thema. Mittlerweile steht Tech Junkies im Mittelpunkt.

Diskussion - 6 Kommentare
  • Carina sagt:

    Hey, aus welchem Grund würdest du die Tomorrow Bank nicht als Gehaltskonto verwenden?

    • Hallo Carina,

      das sollte nicht wie ein generelles Fazit klingen, sondern ist nur das Ergebnis meiner persönlicheb Entscheidung. Ich nutze das Girokonto selbst und beschreibe, wie ich es tue.

      Für mich waren u.a. ausschlaggebend:
      – Meine derzeitige Hausbank ist ein „Vollsortimenter“ wo ich z.B. auch Depot, girocard, Kreditkarte habe. Das gibt es so bei Tomorrow (noch) nicht aus einer Hand.
      – Reines App-Banking, derzeit kein Online-Banking.
      – Tomorrow ist ein Startup – ob man sich langfristig mit diesen Konditionen am Markt behaupten kann, muss sich noch zeigen.

      Jeder hat andere Anforderungen an ein Girokonto und wer das nicht braucht bzw. für den Tomorrow alles notwendige bietet, der kann sich natürlich auch überlegen, ein Gehaltskonto einzurichten.

      Ich kenne jedenfalls auch jemanden, der das Girokonto von Tomorrow als Gehaltskonto führt 🙂

      Vielleicht noch ein Tipp – bei Tomorrow gibt es auch ein Community-Forum. Dort sieht man, was andere Nutzer so beschäftigt.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Tom sagt:

    Die Interchange beträgt laut tomorrow 0,2 % und davon werden erst mal die allgemeinen Kosten abgezogen und nur 0,13 % gespendet.

    Quelle: https://support.tomorrow.one/de/support/solutions/articles/15000027750-wie-funktioniert-der-klimaschutzbeitrag-

    • Hallo Tom,

      ja, stimmt. Durch die EU ist das Interchange reguliert und auf 0,2% gedeckelt (Debit-Karten). Das hat mit Tomorrow erstmal nichts zu tun, sondern ist durch eine EU-Verordnung vorgegeben:
      https://www.visa.co.uk/dam/VCOM/regional/ve/unitedkingdom/PDF/fees-and-interchange/Intra-Europe-EEA-December-2019.pdf

      Wer also die Tomorrow Debit-Visa bei Händlern innerhalb der EU bzw. genauer dem EWR einsetzt und 500,- € monatlich über Kartenzahlungen z.B. im Supermarkt generiert, für den sollte Tomorrow jährlich 12 * 500 € * 0,13 % = 7,80 € in das Waldschutz-Projekt in Brasilien abführen.

      Schafft jemand das doppelte (1.000 € mtl.) sind es rechnerisch 15,60 € jährlich.

      Das Interchange außerhalb des EWR ist teils nicht reguliert bzw. anders reguliert. Wer öfters auf Reise ist (gut – aktuell eher nicht) oder Online-Shopping im Ausland betreibt – da fällt teils ein höheres Interchange für die Bank ab. Mir ist aber nichts davon bekannt, dass Tomorrow dahingehend unterscheiden würde.

      Kurzum – ja, viel kommt nicht zusammen. Aber die Margen im Retail-Banking sind gering (dafür kann Tomorrow nichts). Viel mehr lässt sich da m.E. nicht machen – es sei denn, Tomorrow würde noch draufzahlen und das kann kein dauerhaftes Geschäftsmodell sein.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • A. M. sagt:

    Danke für die ausführliche Darstellung von Tomorrow. War für mich hilfreich.
    Ich gebrauche derzeit Moneyou Go und nutze es wie du nur zum Bezahlen im Internet/Geschäfte.
    Leider wird nun Moneyou Go geschlossen und ich suche nach einer Alternative.
    Leider gibt es nicht viele , mit den Kriterien, Guthabenbasis und einer Debit-Karte.
    mfg., I AM

    • Hallo A.M.,

      dass Moneyou aufgibt, habe ich gelesen.

      Für das Girokonto-Produkt Moneyou Go kann man Tomorrow vermutlich als Alternative in Erwägung ziehen.

      Ansonsten war Moneyou m.W. ja auch stark mit Tagesgeld und Festgeld unterwegs und hat auch ein Depot-Produkt für Investmentfonds im Angebot gehabt. Das gibt es bei Tomorrow derzeit noch nicht.

      Viele Grüße,
      Patrick

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